Isatou Jallow, what some call home, 2026;  Ölfarbe auf traditionellem Fula Stoff, gefärbt von Musa Jaiteh, auf Metalldraht gespannt; 145x145x160cm



Walking on EggshellsIsatou Jallow
20.3.2026 – 4.4.2026

Isatou Jallow widmet sich in ihrer Ausstellung Walking on Eggshells der Dualität von emotionaler Fragilität und Härte, Schutz und Gewalt, die das Leben von insbesondere Schwarzen Frauen prägen. Das Sinnbild auf Eierschalen zu laufen evoziert ein Gefühl einer latent lauernden Gefahr. In einer Gesellschaft, die sich für viele Menschen mehr als eine Bedrohung statt als Sicherheit darstellt, muss Wachsamkeit und Übervorsicht ein andauernder Zustand sein, um Anfeindung und Gewaltsituationen vorzubeugen. Isatou Jallow verleiht den Geschichten über Ohnmacht, Machtmissbrauch, Schmerz und Verletzlichkeit Raum und Ausdruck. Die erdrückenden Realitäten werden kontrastiert von einer materiellen Leichtigkeit ihrer Arbeiten. Ihre Malereien betrachtet sie als visuelle Gedichte, als eine Form des Geschichtenerzählens, die außerhalb westlicher Normen und Traditionen fortlebt.
Die Installation what some call home erzählt davon, wie schnell die Schwelle zwischen Geborgenheit und Gewalt verschwimmt. Gerade die Menschen und Orte, die Schutz und Vertrauen bieten sollen, bergen für Frauen das größte Risiko, Gewalt und Missbrauch zu erfahren. In der Arbeit Kingdom werden die Themen der zwischenmenschlichen Gewalt ebenfalls aufgegriffen. Die Textil-Installationen eröffnen eigene Zwischenräume im Raum, die jedoch in sich geschlossen bleiben: Zugehörigkeit und Ausgrenzung gehen Hand in Hand. In der fortlaufenden Serie before the dream kicks in zeigt Isatou Jallow zum ersten Mal Zeichnungen. An den Zeichnungen arbeitet sie immer vor dem Schlafen gehen. Frei aus dem Gedächtnis gezeichnet bringen die Bilder traumhafte Ungenauigkeiten hervor. Die Erinnerungen von Tieren und Kindern vereinen sich als Figuren der Unschuld, als Schutzbedürftige. In carousels of waterfalls (for the kids who died) V und VI zeigt sich Isatou Jallow selbst weinend. Seit Oktober 2023 begann sie sich selbst zu porträtieren, um ihren eigenen Schmerz und Ohnmachtsgefühle gegenüber dem Weltgeschehen zu dokumentieren und künstlerisch zu verarbeiten.

Isatou Jallow lebt und arbeitet in Basel. Walking on Eggshells ist ihre erste Solo-Ausstellung in Deutschland.


           
Isatou Jallow, what some call home, 2026;  Ölfarbe auf traditionellem Fula Stoff, gefärbt von Musa Jaiteh, auf Metalldraht gespannt; 145x145x160cm

Isatou Jallow, what some call home, 2026; Detail

Isatou Jallow, Kingdom, 2025;  Ölfarbe auf traditionellem Fula Stoff, gefärbt von Musa Jaiteh, auf Metalldraht gespannt; 40x40x160cm

Isatou Jallow, before the dream kicks in, 2025-; Buntstift auf Papier; Größe variabel

Isatou Jallow, before the dream kicks in, 2025-; Detail

Isatou Jallow, carousels of waterfalls (for the kids who died) V und VI. 2025; Fototransfer auf Metallplatte; 35x25,5cm